Pyris Kommunikation mit Menschen
Die Basis für ein harmonisches Zusammenleben von Mensch und Hund wird durch Zuneigung, Vertrauen und gegenseitigen Respekt gebildet.
Eine gute Erziehung und Beziehung befähigt Pyri, Kontakte zu anderen Menschen und Hunden aufzunehmen. Der erste Teil der Erziehung wird bereits von der Mutter übernommen. Sie bringt den Welpen bei, wie man sich richtig zu benehmen hat. Nach der Trennung von der Familie sind die neuen Besitzer gefragt. Nun müssen Sie Pyri vermitteln, wie sich „Hund“ korrekt zu verhalten hat. So darf er zum Beispiel nicht in die Hände oder Hosen beißen, auch wenn es beim Welpen noch allzu niedlich aussieht. Bald ist er ein ganzes Stück größer, dann halten die Hände und die Kleidung das nicht mehr so gut aus! Wenn er damit anfängt, Sie als Zerrspielzeug zu missbrauchen, quietschen Sie laut und brechen das Spiel ab. Dieses Verhalten kennt er schon von seinen Wurfgeschwistern. Falls er gar nicht nachlässt, beenden Sie die Situation, indem Sie z.B. den Raum verlassen (ohne die Tür zu schließen natürlich). Ignorieren Sie ihn konsequent, bis er ruhiger wird.
Gemeinsames Spielen ist sehr wichtig für die Bildung einer lebenslangen Beziehung. Seien Sie fröhlich und ausgelassen im Umgang mit Pyri. Die Freude am Miteinander und an gemeinsamen Erlebnissen macht die wahre Schönheit im Zusammenleben aus, nicht ständiger Kasernenhofton und völlige Kontrolle.
Rennen Sie gemeinsam über eine Wiese, legen Sie sich im Wohnzimmer zu ihm auf den Boden, entdecken Sie gemeinsam die Welt aus Hundesicht. Wenn Sie Pyri beobachten, werden Ihnen eine Reihe von Signalen auffallen, die Hunde ständig aussenden. Sie kommunizieren viel mehr als wir Menschen über Körpersprache und teilen uns durch ihre Haltung ihre Stimmungslage stets mit. Allein der Gesichtsausdruck Ihres Rackers spricht in vielen Situationen Bände.
Sind die Ohren in Ruhestellung, der Fang leicht geöffnet, das Gewicht gleichmäßig auf alle vier Füße verteilt und die Rute hängt locker unter der Rückenlinie? Dann ist er entspannt und wartet auf die Dinge, die da kommen werden.
Legt er die Ohren an, das Gewicht ist nach hinten verlagert, die Rute wird zwischen den Hinterbeinen getragen, bellt er vielleicht? Dann ist er unsicher und Sie sollten ihm aus dieser Situation heraushelfen. Falls es ein unbekannter Gegenstand ist, der ihm Sorge bereitet, gehen Sie mutig und sicher darauf zu, berühren ihn vielleicht und zeigen Sie Pyri, dass eine Plastiktüte auf dem Acker so eine Aufregung gar nicht wert ist. Verhält Pyri sich stets gegenüber anderen Hunden so, sollten Sie eine Hundeschule aufsuchen, in der Wert auf gute Sozialisation gelegt wird. Keinesfalls dürfen Sie ihn in einer solchen Situation alleine lassen, dadurch würde er das Vertrauen in Sie verlieren.
Wenn Pyri nur einem bestimmten Hund (oder einem bestimmten Typ Hund) gegenüber unsicher ist, versuchen Sie, mit solchen Hunden spazieren zu gehen – natürlich nur, nachdem Sie sich vergewissert haben, dass es höfliche und wohlerzogene Hunde sind! Wenn Pyri lernt, dass er sich in brenzligen Situationen auf Sie verlassen kann, erhält er die Möglichkeit, ein ruhiges und souveränes Verhalten zu entwickeln. Wenn er hingegen lernt, dass er sich um alles selber kümmern muss, wird er ständig besorgt und auf der Hut sein – und Sie irgendwann nicht mehr brauchen:
Vorsicht! Sie hätten einen Hund, dessen Selbstständigkeit kontraproduktiv für eine gute Gemeinschaft ist.
Das Gewicht liegt auf den Vorderbeinen, er macht sich groß und steif, drückt die Beine durch, die Rute ist über der Rückenlinie und bewegt sich nicht? Dann ist Vorsicht geboten, es wird brenzlig. Hunde haben eine geniale Strategie, um solche Situationen zu entschärfen indem sie Beschwichtigungssignale aussenden. Sie werden vom Hund angewandt, um Auseinandersetzungen zu vermeiden und Streit von vorneherein aus dem Weg zu gehen. Wenn sich zwei Hunde begrüßen, laufen sie in der Regel einen Bogen umeinander und begegnen sich nicht Nase an Nase, sondern Nase an Hinterteil. So vermeiden sie die direkte Konfrontation. Blickkontakt oder gar Anstarren wird als Provokation gesehen und deswegen in der Regel vermieden. Wundern Sie sich also nicht, wenn Pyri Ihnen nicht gerne in die Augen sieht – seiner Meinung nach ein unhöfliches Verhalten, wohingegen der Mensch den Augenkontakt sucht und sich unwohl fühlt, wenn der Gesprächspartner den Blickkontakt meidet.
Ein kurzes „Über die eigene Nase lecken“ soll die neue Bekanntschaft ebenfalls davon überzeugen, dass man nichts Böses im Schilde führt. Junge oder besonders unterwürfige Hunde versuchen auch dem Gegenüber die Lefzen zu lecken.Hier handelt es sich um einen Überrest aus ihrer Welpenzeit. Sie zeigten dieses Verhalten der Mutter gegenüber, die darauf oft mit Hervorwürgen von Nahrung für die Welpen reagiert. Sollte Pyri stets versuchen, in Ihrem Gesicht herumzulecken, dient das also der Begrüßung und als Versicherung, dass er nichts Böses im Schilde führt. Versuchen Sie nicht, ihn dafür auszuschimpfen – er würde das Verhalten nur noch verstärken, damit Sie endlich begreifen, dass er ja gar nichts Schlimmes vorhat. Lenken Sie ihn einfach ab, bleiben Sie ruhig und souverän.
Falls Pyri die Aktivitäten des anderen Hundes zu viel werden, wird er sich wahrscheinlich bemühen, die Situation zu beruhigen, indem er selber völlig erstarrt („einfriert“). Diese Starre kann von wenigen Hundertstel bis zu mehreren Sekunden dauern. Der andere Hund reagiert darauf in der Regel mit Abbruch der Handlung. Oft schnüffelt er am Boden oder gähnt demonstrativ, um zu zeigen, dass er das Signal verstanden hat und jetzt wieder Ruhe einkehren kann. Einfrieren kann auch in der Ausbildung gezeigt werden, wenn Pyri mit den Anforderungen überfordert ist und keine Idee hat, welches Verhalten das gerade erwünschte ist. Sollten Sie dieses Verhalten während der Ausbildung bemerken, schrauben sie Ihre Anforderungen zurück und ändern sie die Trainingsmethoden. Ein guter Hundetrainer wird Ihnen weiterhelfen können!
Es gibt noch eine ganze Reihe weiterer Signale, die Hunde aussenden, um ihre Friedfertigkeit zu bekunden. Zu den Beschwichtigungssignalen finden Sie unter dem Stichwort „Calming Signals“ im Fachhandel weiterführende Literatur (siehe Literaturempfehlungen).
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