Hiiier! Zu miiiiiiiiir!
DIE GRUNDKOMMANDOS
Hiiier oder zu miiiiir…..
Das Wichtigste überhaupt ist ein sicheres Herankommen auf Zuruf. Dazu hat es sich als sinnvoll erwiesen, ein langezogenes “iiiiii” im Wort zu haben. Es erhöht die Aufmerksamkeit von Pyri ähnlich einer Quietsche, die aufheult. Nur ein Hund, der wirklich absolut zuverlässig zurückkommt, kann unbesorgt abgeleint werden.
Wie bei allen folgenden Übungen ist es wichtig, die ersten Lektionen mit möglichst wenig Ablenkung zu gestalten. Erst wenn Pyri verstanden hat, was von ihm gefordert wird, kann man den Grad der Ablenkung langsam steigern, vergleichbar von der Kreisklasse zur Bundesliga! Gehen Sie in die Hocke, rufen Sie Pyri mit heller freundlicher Stimme zu sich, klatschen Sie fröhlich in die Hände und er wird voller Begeisterung auf Sie zugesaust kommen – und dafür wird er natürlich ebenfalls belohnt!
Falls er nicht sofort reagiert, drehen Sie sich um und laufen weg (falls Sie im Haus üben, verlassen Sie zügig das Zimmer). Rufen Sie ihn in diesem Stadium nicht, wenn er sich gerade intensiv mit anderen Dingen beschäftigt, in diesem Fall gehen Sie besser zu ihm hin und holen ihn ab – andernfalls würde Pyri nur lernen, dass es nicht schlimm ist, wenn er Ihr Rufen ignoriert.
Üben Sie das Herankommen vom ersten Tag an.
Lassen Sie Pyri beim Spaziergang von Beginn an möglichst viel ohne Leine laufen. Keine Sorge, er wird Ihnen nicht verloren gehen. Immerhin sind Sie sein einziger Bezugspunkt in der großen weiten Welt! Falls Pyri im Alter von einigen Monaten – z.B. in der Zahnung oder in der Pubertät – beschließt, die große Freiheit auszunutzen und das bisher Gelernte einfach zu „vergessen“, empfiehlt sich der Einsatz von “uuuund tschüss…” Verändern Sie dabei sofort die Richtung, machen sich ganz klein oder verstecken sich. Pyri wird Sie suchen und glücklich sein, Sie wiedergefunden zu haben.
Setzen Sie das „zu miiir“-Kommando erst auf der belebten Hundewiese ein, wenn es sich eingeprägt hat – aber bitte nicht, während Pyri gerade enthusiastisch einer Katze hinterherjagd oder mit anderen Hunden spielt. Empfehlenswert ist es, die Belohnung äußerst attraktiv zu gestalten. Immerhin gibt es eine Menge, mit dem Sie um Pyris Aufmerksamkeit konkurrieren müssen. Es sind interessante Gerüche oder Geräusche, die Sie noch nicht einmal zur Kenntnis nehmen können. Es ist für Menschen schwer vorstellbar, wie komplex sich die Welt den Hunden darstellt.
Reservieren Sie für das Kommen besonders tolle „Lecker“, Wurst, Käse, gekochte Leber oder ähnliches- Diese Delikatessen muss Pyri natürlich vorher kennen und lieben gelernt haben. Es wäre vermessen zu erwarten, dass Pyri einfach deswegen kommt, weil Sie ihn rufen und er dafür keine besondere Belohnung verdient hätte! Das wäre so ähnlich, als wenn Ihr Chef erwartet, Sie würden für ihn arbeiten, weil er ein so netter Mensch ist, und auf Ihre Entlohnung selbstverständlich verzichten. Hunde sind Opportunisten, sie tun das, was sich für sie lohnt.
Wenn es für „hiier“ keine Belohnung gibt, die große weite Welt aber lockt, fällt die Entscheidung leicht – und sie wird nicht zu Ihren Gunsten ausfallen!
(copyright S. Lange/designed by Fe. Schütte)


