Berger des Pyrénées-petites diablotines

Pyrenäenhütehunde- Zuchtstätte von Felicitas Schütte-Pyrenäenschäferhunde

Grundkommando “Sitz”

Sitz!   

Sie möchten, dass Pyri sich auf Kommando hinsetzt? Dann muss er als erstes lernen, dass „Sitzen“ etwas ist, das Sie gerne sehen möchten. Welpen neigen häufig dazu, sich erst mal hinzusetzen, wenn sie abwarten oder eine Situation einschätzen wollen. Sobald Pyri sich aus eigenem Antrieb setzt, sagen Sie „Sitz“ und geben ihm ein „Lecker“ – wohlgemerkt, Sie sagen ihm, was er tut, nicht was er tun soll. So lernt er, die Handlung „Hinsetzen“ mit dem Wort „Sitz“ und einer positiven Erfahrung zu verbinden. Falls Pyri sich nicht gerne von selber hinsetzt, können Sie ihm ein „Lecker“ vor die Nase halten und leicht über seinen Kopf nach hinten führen, so dass er nach oben sehen muss, um es im Auge zu behalten. Wenn der Kopf nach oben geht, knicken die Hinterbeine ein, eventuell können Sie es durch einen leichten (!) Druck auf die Kruppe unterstützen, dass Pyri sich hinsetzt. Auch hier gilt wieder, dass Sie in dem Moment, in dem er sitzt, das entsprechende Wort sagen und ihm das „Lecker“ geben.

Wichtig ist, dass Sie sich nicht über ihn beugen, sondern möglichst aufrecht stehen bleiben. Nach mehreren Wiederholungen wird Pyri verstanden haben, was von ihm erwartet wird und sich von selber setzen, wenn Sie in aufrechter Haltung mit „Lecker“ in der Hand vor ihm stehen. Nun können Sie anfangen, die Reihenfolge umzukehren, indem Sie erst das Kommando geben, bevor Pyri schon richtig sitzt – jetzt sagen Sie ihm also, was er tun soll. Achten Sie darauf, dass Pyri erst wieder aufsteht, wenn Sie ihm ein entsprechendes Auflösekommando („Lauf“, „o.k.“, „fertig“ oder ähnliches) geben. Zu Anfang muss die Auflösung nach wenigen Sekunden kommen, im Laufe der Zeit können Sie die Dauer immer weiter steigern. Falls Sie zu lange gewartet haben und Pyri selbständig aufsteht, strafen Sie ihn nicht, sondern sagen Sie ihm erneut, dass er sitzen soll. Wenn er sich wieder setzt, gibt es hierfür keine Belohnung, sonst würde er lernen, dass er bei bravem Sitzen länger auf sein „Lecker“ warten muss als wenn er zwischendurch aufsteht – die Folgen können Sie sich selber ausmalen.

Achten Sie darauf, jedes Kommando immer nur einmal zu geben, in ruhiger Tonlage, Schreien ist unnötig. Hunde sind in aller Regel nicht schwerhörig, Anheben der Lautstärke ist für absolute Notfälle reserviert. Sollte Pyri sich nach der ersten Aufforderung nicht hinsetzen, wiederholen Sie Ihr Kommando noch einmal und achten darauf, dass Sie es hierbei durchsetzen, indem Sie Pyri helfen zu verstehen, was Sie von ihm möchten.

Die meisten Hunde sind in diesem Alter noch bemüht, ihren Besitzern jeden Wunsch von den Augen abzulesen und alles immer richtig zu machen. Gehen Sie nicht davon aus, dass Pyri sich nicht auf Anhieb hinsetzt, weil er stur ist, Sie testen will oder ähnliches, was Ihnen von wohlmeinenden, allwissenden Zeitgenossen gesagt wird. Jeglicher Fehler, den ein Hund in dieser frühen Phase der Ausbildung macht, ist ein Fehler des Menschen und darf auf gar keinen Fall dem Hund angelastet werden! Vielleicht haben Sie zu früh zu viel erwartet? Vielleicht sind Sie schlecht gelaunt, der Arbeitstag war anstrengend, Sie sind nicht ganz bei der Sache? Vielleicht sagt Ihr Körper etwas anderes als Ihre Stimme, und Pyri weiß nicht, worauf er mehr achten soll, auf Ihre Stimme oder auf Ihre Körpersprache. Hunde achten sehr genau auf die Körpersprache, sowohl von anderen Hunden als auch von Menschen. Sie empfinden es als bedrohlich, wenn der Mensch sich über sie beugt, und legen sich in diesem Fall eher hin, als sich zu setzen. So wollen sie klarmachen, dass sie nichts Böses im Schilde führen und harmlos sind. Eine lockere, entspannte Körperhaltung wird Ihnen dabei helfen, Pyri von einem schönen „Sitz“ zu überzeugen.

Generell gilt, dass Sie die Übungen lieber ausfallen lassen sollten, wenn Sie nicht mit ganzem Herzen bei der Sache sind, sondern sich vielleicht innerlich noch über den Chef aufregen oder Sorgen wegen der Kinder haben. Pyri schenkt Ihnen seine ungeteilte Aufmerksamkeit und das Gleiche erwartet er von Ihnen! Auf ungerechtfertigte Behandlung hingegen wird er bald mit kompletter Verweigerung reagieren: „Wenn ich sowieso alles falsch mache, mache ich lieber gar nichts mehr“… Es wird Ihnen niemals gelingen, Pyri über Ihre wahre Stimmungslage hinwegzutäuschen! Hunde achten auf so viele Winzigkeiten in Mimik und Gestik, hinzukommt, dass sie schon an unserem Geruch erkennen können, ob wir fröhlich, traurig, ärgerlich oder gestresst sind. Schieben Sie an „schlechten Tagen“ die Übungseinheiten auf, bis Sie die Welt im Ganzen und Pyri im Besonderen wieder locker und entspannt sehen können.

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