Klickertraining
Clickern … der Weg zum Erfolg !
Um Pyri davon zu überzeugen, dass Gehorsam eine gute Sache ist, steht eine Vielzahl von Hilfsmitteln zur Verfügung. In vielen Untersuchungen wurde nachgewiesen, dass positive Lernerlebnisse schneller und nachhaltiger zum Erfolg führen als zwanghafte. Ein recht junges, aber schon weit verbreitetes Hilfsmittel zur Ausbildung ist der Clicker, ein “Knackfrosch”, für wenig Geld in verschiedenen Ausführungen im Fachhandel erhältlich.
Das Clickertraining basiert auf dem Phänomen der “operanten Konditionierung”, der positiven Verstärkung und dem “Lernen am Erfolg”. Es beeinflusst Pyris Verhalten insofern, dass er sein Verhalten um so öfter zeigt, wenn auf dieses Verhalten eine Konsequenz (Belohnung) erfolgt, die Pyri als einen Gewinn, nämlich ein ”Lecker” erkennt.
Beispiel: Der Fernseher wird abends eingeschaltet, Pyri weiß nun, dass er nichts mehr zu erwarten hat und legt sich ab. Frauchen klickt im Moment des Hinlegens und reicht Pyri ein “Lecker”. Immer wieder, wenn die gleiche Situation entsteht, clickt Frauchen und bringt das Wort “Platz” parallel mit dem Click ins Spiel. Pyri weiß bald das Wort mit seiner Handlung in Verbindung zu bringen.
Zunächst ist das Geräusch des Clickers für Pyri bedeutungslos. Wird der Click aber unmittelbar vor dem “Lecker” betätigt, lernt das Tier nach einigen Wiederholungen, dass der Click etwas zu fressen ankündigt (Klassische Konditionierung nach Pawlow). Somit wird aus einem bis jetzt „neutralen Reiz“ ein „bedingter Reiz“, der ankündigt, dass sein Verlangen (nach Futter) befriedigt wird.
Der Click ist für Pyri immer das Signal, dass das, was er gerade tut, richtig ist und er sich dafür eine Belohnung verdient hat. Der erste Schritt ist, dass Pyri das Geräusch mit dem „Lecker“ in Verbindung bringt. Sie erreichen das rasch, wenn Sie clicken und ihm direkt danach ein „Lecker“ geben. Sie merken, dass Pyri das Prinzip verstanden hat, wenn er sich nach dem Klick über die Nase leckt oder direkt zu der Hand schaut, aus der er das „Lecker“ erwartet. Wenn Pyri soweit ist, können Sie mit der eigentlichen Ausbildung anfangen. Hierbei müssen Sie stets im Kopf behalten, dass der Click das Versprechen für die Belohnung ist, um dem Hund zu zeigen, dass das, was er in diesem Moment tut, das Gewünschte ist.
Wesentlich für das „Lernen am Erfolg“ ist, dass Pyri die Bestätigung (Click) und die Belohnung (Lecker) unmittelbar mit seiner Handlung erfährt, so dass eine Verknüpfung erhalten bleibt.
Warum der Umweg über den Clicker? Der Click ist immer neutral – auch wenn Sie vielleicht einmal nicht so gut gelaunt sind oder Sie etwas bedrückt, was sich in Ihrer Stimme sofort niederschlagen würde. Natürlich spürt Pyri Ihre Stimmung trotzdem, aber seine Belohnung ist dann unabhängig davon. Der Click ist zeitnah – so präzise, wie mit dem Clicker können Sie in der Regel mit Ihrer Stimme oder einem „Lecker“ nicht den richtigen Zeitpunkt erwischen. So haben Sie die Chance, genau das Verhalten zu bestätigen, welches Sie haben möchten. Wenn Sie das „Lecker“ dann nicht parat haben – macht nichts! Der Click im richtigen Moment hat Pyri signalisiert, was richtig war, und er weiß, dass er genau dafür die Belohnung bekommt. Außerdem wird Pyri zum Nachdenken angeregt, da er sich bemüht, herauszufinden, was genau denn jetzt richtig war. Nach wenigen Übungseinheiten geht das sehr schnell. Wenn Sie zum Beispiel immer clicken, wenn Pyri beim Spazierengehen artig neben Ihnen läuft, wird er das schnell verstehen und das Verhalten von sich aus anbieten. Es lohnt sich ja schließlich , weil er dafür ein Click und Lecker bekommt. Wenn Sie jedes Mal clicken, wenn Pyri sich von alleine hinsetzt, wird er auch das schnell anbieten. Rasch können Sie das dann mit dem Kommando „Sitz“ belegen, und schon wieder hat Pyri etwas gelernt. Auf diese Art können Sie Pyri unendlich viele erstaunliche Sachen beibringen, Ihrer Fantasie sind auch hier keine Grenzen gesetzt.
Der Vorteil dieser völlig zwanglosen Erziehung auf Basis der positiven Verstärkung ist, dass Pyri zum Mitdenken animiert wird – für einen intelligenten Hund ein echter Gewinn! So wird Pyri nicht zum Befehlsempfänger degradiert, sondern seinem Verlangen nach herausfordernder Beschäftigung wird Rechnung getragen. Grundsatz ist, dass man stets das Verhalten, das Pyri anbietet, belohnt und ihn nicht zu einem Verhalten zwingt. So kommt man seiner Natur als soziales Wesen entgegen. Viele Ausbilder arbeiten heute bereits mit dem Klicker, weil sich diese Form der Konditionierung als ausgesprochen erfolgreich herausgestellt hat.
Einen Fehler, der sich leicht einschleichen kann, sollten Sie allerdings vermeiden: Immer wieder sieht man Hundebesitzer, deren Vierbeiner sich irgendwo in die Büsche schlagen oder einfach auf Zuruf nicht kommen, wild clickern – in der Hoffnung, dass der Hund dann kommt, um sich die versprochene Belohnung abzuholen, schließlich hat er ja gelernt, dass es für den „Click“ immer eine Fressen gibt. Das ist aber nicht Sinn der Sache: Der „Click“ soll für den Hund bedeuten „Das, was Du gerade machst, möchte ich öfter sehen“ und Ignoranz ist bestimmt nicht das, was Sie verstärken wollen, oder?
(copyright Silke Lange/designed by Fe Schütte)



