Berger des Pyrénées-petites diablotines

Pyrenäenhütehunde- Zuchtstätte von Felicitas Schütte-Pyrenäenschäferhunde

Pyris Ausbildung

 

Die Ausbildung

 

Als Ergänzung zur Erziehung, die im Wesentlichen das harmonische Miteinander von Mensch und Hund und von Hunden untereinander zum Ziel hat, gibt es noch die Ausbildung. Der Unterschied ist zwar da, in vielen Dingen aber eher fließend. Zur Verdeutlichung: Eine Hundemutter verbringt viel Zeit mit der Erziehung ihrer Welpen, sie bildet sie aber niemals aus. 

Sitz, Platz und Fuß sind nur einige Dinge, die Pyri lernen sollte. Sie können ihm in vielen Situationen das Leben erleichtern. Ein gut ausgebildeter Hund kann viel mehr Freiheiten genießen als sein ungehorsamer Artgenosse. Nur einen Hund, der auf Zuruf sicher zurückkommt, kann man ableinen und die Umgebung erkunden lassen. Ein Hund, der verschwindet, sobald er losgelassen wird, ist zu einem Leben an der Leine verurteilt. Das Risiko ist zu groß, im Straßenverkehr überfahren oder von einem Jäger ins Visier genommen zu werden. Ein sicheres Platzkommando kann Pyris Leben retten, wenn er zielstrebig auf die Straße zuläuft, die mitten im unbekannten Wald niemand erwartet hat. Ebenso ist es wichtig, dass er im Auto sitzen bleibt, bis er die Erlaubnis bekommt, herauszuspringen – so mancher Hund ist schon auf der Autobahn überfahren worden, weil er diese Übung nicht beherrschte und seine Besitzer auf dem Rastplatz nur kurz mit ihm Gassi gehen wollten.

Genauso wie die Erziehung sollte auch Pyris Ausbildung am ersten Tag im neuen Heim beginnen. Da wie der Mensch auch der Hund am Besten und Nachhaltigsten über positive Motivation lernt, ist es wichtig, dass Sie Pyri für die Handlung belohnen, welche Sie verstärken möchten. Positive Belohnung kann vieles sein: Aufmerksamkeit, ein gemeinsames Spiel, Futter, … Die früher verbreitete Ansicht, dass Belohnung das Wegnehmen von etwas Negativem ist (es wurde solange an der Leine geruckt, bis der Hund seinen Besitzer anschaut), ist zum Glück überholt. Viele Studien haben ergeben, dass positive Motivation die deutlich besseren Ergebnisse erzielt.

Die Futterbelohnung hat sich als der beste Weg zur Verstärkung einer erwünschten Handlung herausgestellt. Damit Pyri nicht nach wenigen Wochen nur noch durch das Haus rollen kann, weil sich die vielen „Lecker“ auf seinen Hüften abgesetzt haben, bietet es sich an, morgens seine Tagesration Futter abzuwiegen, in vier Teile aufzuteilen und einen Teil als „Lecker“ aus der Hand zu füttern. Eine Bauchtasche, die Sie sich morgens mit Futter befüllt umschnallen, kann Sie den ganzen Tag ohne Störung begleiten. So können Sie mit gutem Gewissen Pyri trainieren, und er lernt, dass – wie in der Natur – Futter nicht im Napf zur freien Verfügung bereitsteht, sondern verdient werden muss, indem man sein Hirn einschaltet und mit dem „Vorgesetzten“ zusammenarbeitet.

Ganz wichtig ist, dass Sie Pyri nicht den ganzen Tag einen gefüllten Napf anbieten, sondern nur zu von Ihnen festgelegten Zeiten. Alles, was nicht in wenigen Minuten aufgefressen wird, nehmen Sie weg und entsorgen es. Die nächste Mahlzeit gibt es erst wieder zum festgelegten Zeitpunkt (abgesehen von den „„Lecker““, die Pyri sich erarbeitet hat). Falls Pyri regelmäßig sein Essen nicht auffrisst, sollten Sie die Ration kürzen – von dem, was die Futtermittelhersteller auf der Verpackung angeben, können Sie in der Regel ca. 10% abziehen. Lassen Sie sich bei der Wahl des Futters vom Züchter beraten, bevor Sie Pyri bei ihm abholen. Falls Sie irgendwann die Marke wechseln möchten, können Sie die Umstellung langsam vornehmen, indem Sie das neue Futter mit dem gewohnten mischen, wobei Sie das gewohnte immer weiter reduzieren, bis sie nach einer Woche nur noch die neue Sorte füttern.

Nachdem Sie sich also morgens mit einer Ration Futter als „Lecker“ bewaffnet haben, können Sie den ganzen Tag über kleine Lern-„Stunden“ mit Pyri einbauen. Mehrmals täglich jeweils etwa 5 Minuten reichen für den Anfang völlig aus. Es ist zwar nicht so, dass Hans nicht mehr lernt, was Hänschen verpasst hat, aber in den ersten Lebensmonaten, der sensiblen Phase, lernen Hunde am schnellsten und sind besonders aufnahmefähig. Es wäre also schade, wenn Sie diese Zeit ungenutzt verstreichen ließen.

(copyright S. Lange/designed by F. Schütte)

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